Tempelhove Algo Trading: We enable you to go high frequency
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- Created on Monday, 12 September 2011 12:30
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Regulierung von HF-Systemen. Von Dr. Johannes Gomolka.
Seit knapp vier Wochen wird in der Presse immer häufiger über den Hochfrequenzhandel (HF-Trading) berichtet. Es heißt, dass der Computerhandel an der Finanzkrise Schuld sei, dass er eine Spielwiese für Spekulanten ist, dass Computer die normalen Funktionen der Kapitalmärkte stören und dass man Computer an der Börse unbedingt regulieren muss. Das Computer an der Krise Schuld sind, und nicht die Griechen. Und dass man doch eine Steuer braucht, um vom Börsenhandel Geld für den Staatshaushalt abzuzweigen. Ausgeglichene und objektive Zeitungsartikel wie "Schmiermittel des Marktes" FAZ, 10. Aug. 2011, muss man suchen.
Informationsquellen der Journalisten?
Umso mehr, bin ich jedes mal verwundert über die guten Informationsquellen der Journalisten. So schreiben einige, dass weltweit ca. 60-80% des Börsenhandels von Computern durchgeführt werden. Meine Erfahrung – und ich beschäftige mich nun wirklich 24/7 mit diesem Thema – zeigt mir etwas ganz anderes. Und ich wäre dankbar, für solche klaren Zahlen. Sicher ist, dass es zur Zeit gar keine gesicherten Zahlen zum Algorithmic Trading gibt, sondern dass viel zu diesem Thema geforscht wird. Noch nicht einmal eine gemeinsame Definition von Algorithmic Trading konnte sich durchsetzen. Keine Börse ist bislang in der Lage den Computerhandel klar zu klassifizieren, Schnittstellen eindeutig Programmen zuzuordnen oder gar zu sagen, welche Orders durch Computer generiert wurden (vollautomatisch), wo Computer Signale lieferten (entscheidungsunterstützend), geschweige denn welche Orders von Menschen generiert aber nur automatisch weitergeleitet werden (transaktionsunterstützend). Es gibt bislang keine umfangreichen wissenschaftlichen Studien die sich mit den Auswirkungen von HF-Trading auf die Liquidität oder Stabilität der Finanzmärkte beschäftigen. Es gibt keine Untersuchungen über deren Risiken und die Fehlerquellen. Wahrscheinlich gibt es eher eine Steuerschätzung für die Finanzmarkttransaktionssteuer, als eine empirische Untersuchung über Algorithmic Trading.
Kaum Studien über Risiken des Computerhandels
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass die Risiken beim Algorithmic Trading bisher genauso unklar sind, wie der Umfang des Computerhandels selbst. Die Auswirkungen von Algorithmic Trading auf die Liquiditätsversorgung (systematische und unsystematische Risiken) sind unbekannt. Kursverstärkende oder abschwächende Wirkung ist ebenfalls noch unsicher. Gerne wird auch der Satz zitiert, "der Computerhandel störe die Allokationsfunktion der Börsen". Dabei fehlen den Wissenschaftlern schlichtweg empirischen Zahlen über den Computerhandel, um diese Vermutung zu belegen. Einen Großteil der Risiken beim Algorithmic Trading machen vermutlich die operationellen Risiken aus. Dazu gehört moralisches Fehlverhalten, wie z.B. die Marktmanipulation. Aber Manipulationen an der Börse gab es auch schon zur Zeit der Brieftauben, Ticker Tapes und Telefone und nicht erst seit der Erfindung der Computer. Durch den Einsatz von Algo Trading bekommen jedoch die operationellen Risiken eine ganz neue Dimension. Denn die operationellen Risiken können auch technischer Natur sein. Das heißt es können Fehler in der Hardware und in der Software (bei der Programmierung) solcher automatischen Handelssysteme auftreten, die auf fehlende Professionalität, das Fehlen von Testsystemen oder ineffiziente IT-Prozesse zurückgeführt werde können. Bisher unbeachtet ist demnach die Verwendung von instabilen Software-Programmen, mit denen Millionenwerte im Millisekundenbereich gehandelt werden. Der Einsatz solcher Programme fügt aber vor allem denjenigen Schaden zu, welche solche risikoreichen Systeme bedenkenlos einsetzen. Das wäre vergleichbar wie auf der Autobahn ohne Gurt zu fahren.
